Hamburg

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Morbus Addison
Was
ist Morbus Addison
?
Jedes
Säugetier produziert in kleinen Mengen natürliches Kortison. Dieses Kortison
ist lebensnotwendig. Es wird von zwei kleinen Organen im Bauch, den Nebennieren,
hergestellt. Diese Organe geben neben den Kortisonen (auch Glukokortikoide
genannt) auch so genannte Mineralokortikoide ab. Beide sind für das Überleben
zwingend notwendig.
Die
Glukokortikoide (Kortison) werden benötigt, um jederzeit, auch in Phasen des
Fastens, Energie bereit zu stellen. Sie haben Auswirkungen auf den Appetit und
auf das Immunsystem.
Die
Mineralokortikoide regeln den Salz- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers.
Morbus
Addison ist eine Erkrankung, bei der die Nebennieren zu wenig Glukokortikoide
und zu wenig Mineralokortikoide produzieren.
Was verursacht Morbus Addison ?
Die
häufigste Ursache für Morbus Addison ist die Zerstörung der Nebennieren durch
das körpereigene Immunsystem. Dies passiert, wenn das Immunsystem die
Nebennieren fälschlicherweise als fremd erkennt. In der Absicht, einen
Eindringling unschädlich zu machen, richten sich die Abwehrzellen des Körpers
gegen diese lebenswichtigen Organe und töten sie ab. Nur sehr selten ist ein
Tumor für den Zelluntergang verantwortlich.
Wie macht sich Morbus Addison bemerkbar ?
Morbus
Addison ist eine eher seltene Erkrankung beim Hund, bei der Katze kommt sie nur
in Einzelfällen vor. Am häufigsten sind jüngere bis mittelalte weibliche
Hunde betroffen..
Bei
einigen Hunderassen scheint die Erkrankung öfter vor zu kommen, wie zum
Beispiel:
Standard Pudel
Bearded Collie
Portugiesischer Wasserhund
Es
können aber prinzipiell Hunde und Katzen aller Rassen, beider Geschlechter und
jeden Alters erkranken.
In
den meisten Fällen ist der Morbus Addison eine akute Erkrankung, die sich plötzlich
bemerkbar macht. Ein schleichender Beginn über mehrere Wochen bis Monate ist
eher selten.
Die
häufigsten Probleme sind:
Appetitverlust
Starke Mattigkeit
Erbrechen
Durchfall
Gewichtsverlust
Muskelschwäche
Zittern
Plötzlicher
Kollaps ist möglich.
Wie wird Morbus Addison diagnostiziert ?
Leider
sind Erbrechen, Durchfall, Appetitverlust und Gewichtsverlust sehr unspezifische
Probleme. Sie können bei Erkrankungen des Verdauungstrakts, der Leber, der
Nieren oder auch des Herzens vorkommen. Deswegen wird eine Reihe von
Untersuchungen notwendig sein, um eine richtige Diagnose zu stellen. In vielen Fällen
werden zunächst Blut- und Harnuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und EKG
durchgeführt. Die Symptome des Patienten in Verbindung mit den
Untersuchungsergebnissen führen zur Verdachtsdiagnose „Morbus Addison“.
Die
Diagnose wird durch einen speziellen Test, den ACTH-Test, abgesichert.
Wie wird Morbus Addison behandelt ?
Die
Behandlung erfordert eine lebenslange Tablettengabe. Hierbei werden die
fehlenden Hormone (Glukokortikoide und Mineralokortikoide) zugeführt. Bis die für
das individuelle Tier richtige Dosierung der Medikamente gefunden ist, dauert es
eine Weile. Gerade zu Anfang müssen immer wieder Blutuntersuchungen gemacht
werden. Die Dosierung wird dann entsprechend angepasst.
Ist
ein Tier einmal vernünftig eingestellt, kann es ein langes und glückliches
Leben führen. Um dies zu gewährleisten, muss der Besitzer jedoch seinen Anteil
dazu beitragen. Er muss gewillt sein, die nicht ganz günstigen Medikamente ein
Hunde- oder Katzenleben lang zu bezahlen und er muss darauf achten, dass die
Medikamente regelmäßig verabreicht werden. Zusätzlich ist wichtig zu wissen,
dass Hunde und Katzen in besonderen Situationen (starke Anstrengung, Stress)
unter Umständen höhere Dosierungen benötigen. Jedes Tier reagiert hier
individuell und es bedarf einiger Zeit, bis Sie lernen, solche Situationen
richtig einzuschätzen.