Hamburg

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Portosystemischer Shunt
Was ist ein portosystemischer Shunt ?
Ein portosystemischer Shunt wird durch einen veränderten Verlauf von Blutgefäßen (Venen) der Bauchorgane hervorgerufen. Normalerweise wird das Blut des Magens, des Darms, der Milz und der Bauchspeicheldrüse in einer großen Vene, der Portalvene, gesammelt und der Leber zur Entgiftung zugeführt. Ist ein portosystemischer Shunt vorhanden wird Blut aus einem oder mehreren der genannten Organe nicht durch die Leber geleitet. Ein zusätzliches Gefäß, das so genannte Shuntgefäß, führt das Blut an der Leber vorbei. Dieses nicht durch die Leber von seinen Giftstoffen bereinigte Blut wird vom Herzen in den Kreislauf gepumpt und kann dort zu Vergiftungserscheinungen führen.
Man
unterscheidet angeborene und erworbene Shunts. Die angeborenen Shunts (Gefäßmissbildungen)
kommen bei einigen Hunderassen (Yorkshire Terrier, Havaneser, Wolfshunde) gehäuft
vor. Erworbene Shunts entstehen in der Regel als Folge chronischer Leberentzündungen
und Leberzirrhosen. Lebershunts bei der Katze sind selten, kommen aber hin und
wieder vor.
Welche Symptome treten auf ?
Die Symptome bei einem portosystemischen Shunt sind sehr variabel. Bei angeborenen Shunts treten sie in der Regel innerhalb des ersten Lebensjahres auf.
Unspezifische Anzeichen: Lethargie, Wachstumsverzögerung, Gewichtsverlust
Magen-Darm-Trakt: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, vermehrtes Speicheln
Harnwege: vermehrtes Trinken und/oder Urinieren, Harnabsatzstörungen, blutiger Urin
Neurologische Anzeichen: Verhaltensänderung, Koordinationsprobleme, zielloses Umherwandern, Kopf gegen eine Wand drücken, Krampfanfälle
Sehr langsame Erholung nach einer Narkose (z.B. nach der Kastration)
Schlechter
Allgemeinzustand eines Katzenwelpen mit portosystemischem Lebershunt
Wie wird der
portosystemische Shunt diagnostiziert ?
Typische klinische Symptome bei einem jungen Tier müssen in jedem Fall die Abklärung eines portosystemischen Shunts zur Folge haben. Der Verdacht, dass ein portosystemischer Shunt vorhanden ist, wird mit Hilfe von Röntgen (kleine Leber), Blutuntersuchungen (niedriger Harnstoffgehalt, hoher Ammoniakgehalt) und speziellen Tests (Ammoniakbelastungstest, Gallensäurenstimmulationstest) erhärtet. Die eigentliche Diagnose kann nachfolgend in vielen Fällen durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt werden. Es gibt jedoch auch Patienten, bei denen die Ultraschalluntersuchung nicht weiter hilft. Hier müssen eine kontrastmittelgestützte Computertomographie oder eine Kontrastdarstellung der Gefäße mit Hilfe der Durchleuchtung zu Rate gezogen werden.

Kontrastmitteldarstellung
bei einem portosystemischen Shunt – das Kontrastmittel umgeht die
Leber und fließt direkt zum Herzen
Wie kann der portosystemische Shunt behandelt werden ?
Ist ein angeborener portosystemischer Shunt vorhanden, sollte dieser verschlossen werden. Dies kann durch einen operativen Eingriff in die Bauchhöhle oder mit Hilfe eines Katheters, der durch das Gefäßsystem geschoben wird, erfolgen.
Bis zum Verschluss des Gefäßes oder in Fällen, bei denen dies nicht möglich ist, wird eine kombinierte medikamentelle und diätetische Therapie durchgeführt:
Futtermittel mit einem niedrigen Proteingehalt
Antibiotika (zur Reduktion der Giftstoffe produzierenden Bakterien im Darm)
Laktulose (zur verminderten Aufnahme von schädlichen Stoffwechselprodukten)
In einigen Fällen sind intravenöse Infusionen und/oder Darmspülungen notwendig
Bei einem erworbenen portosystemischen Shunt darf der Umweg, der sich um die Leber gebildet hat, nicht verschlossen werden. Noch stärkere Probleme würden resultieren. Die Therapie umfasst lediglich die Behandlung der Grunderkrankung, soweit noch möglich, und die oben genannte Kombination von Medikamenten und Diät.
Sollten wir bei Ihrem Tier einen portosystemischen Shunt feststellen, werden wir Sie an Chirurgen überweisen, die mit dem Gefäßverschluss Erfahrung haben. Dies gilt auch für den Fall, dass eine Kontrastdarstellung der Gefäße notwendig wird.