Hamburg                                               
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Diätetische Therapie der chronischen Niereninsuffizienz

 

Warum ist eine besondere Diät wichtig?

 

Die chronische Niereninsuffizienz ist eine Erkrankung, die nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Trotzdem kann bei richtiger Behandlung eine gute Lebensqualität erreicht werden. Ein wichtiges Standbein der Behandlung ist die Ernährung. Mit ihrer Hilfe können Komplikationen, die durch eine Nierenfunktionsstörung auftreten, vermindert und die Überlebenszeit erhöht werden.

 

Eiweißgehalt

 

Viele Nierendiäten enthalten einen reduzierten Anteil an Eiweißen. Beim Menschen und bei der Ratte kann hierdurch eine Verlangsamung des Fortschreitens der Nierenerkrankung erzielt  werden. Inwieweit dies auch für Hund und Katze gilt, ist nicht geklärt. Es scheint so zu sein, dass eine Reduzierung der Eiweißzufuhr insbesondere dann sinnvoll ist, wenn die Niere schwer geschädigt ist. Eiweißstoffwechselprodukte müssen über die Niere „entsorgt“ werden. Ist dies nicht möglich, kann es zu Vergiftungssymptomen kommen. Wird der Grundstoff für die Stoffwechselprodukte, nämlich das Eiweiß, dem Körper nur in geringer Menge zugeführt, fallen in der Regel auch die Vergiftungssymptome milder aus. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass dem Körper trotzdem ausreichend hochwertige Eiweiße zugeführt werden, sie sind lebensnotwendig.

 

Mineralien

 

Mineralien, auf deren optimale Zusammensetzung geachtet werden sollte, sind:

 

1.      Phosphor

    Nieren, deren Funktion eingeschränkt ist, halten Phosphor im Körper zurück. Hierdurch können sehr schädliche Regelmechanismen in Gang gesetzt 

    werden, so dass die Reduzierung der Phosphorkonzentration im Futter ein wichtiger Bestandteil bei der Ernährung eines nierenkranken Tieres ist.

 

2.      Kalzium

    Die Blutkalzium-Konzentrationen können sehr variieren. Eine Futteranpassung muss unter Umständen den individuellen Werten entsprechend erfolgen.

 

3.      Natrium

    Insbesondere bei Vorliegen eines Bluthochdrucks ist eine verminderte Salzaufnahme durch den Patienten notwendig. Trotz allem sollte der Salzgehalt in 

    der Nahrung nicht zu stark vermindert werden.

 

4.      Kalium

    Der Kaliumgehalt der Nahrung muss wie beim Kalzium den Blutwerten angepasst werden. In den meisten Fällen benötigt der Körper mehr Kalium. Aber 

    auch ein Zuviel an Kalium kommt vor. Bei diesen Patienten darf keinesfalls zusätzlich Kalium zur Nahrung gegeben werden.

 

Vitamine

 

Nierendiäten enthalten in der Regel einen höheren Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen, da diese vermehrt über den Urin verloren gehen.

 

 

Kaloriengehalt

 

Da der Eiweißgehalt der meisten Nierendiäten vermindert ist muss ein Ersatz für die nötige Kaloriendichte sorgen. Fette eignen sich hierfür gut. Sie sind sehr kalorienreich und dienen als Geschmacksträger. Dies ist insbesondere bei Hunden und Katzen wichtig, die an Appetitlosigkeit leiden.