Hamburg                                               
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Was ist ein Grauer Star ?                                

Der Graue Star wird medizinisch als Katarakt bezeichnet.
Jede Trübung  der Linse im Auge ist als Katarakt definiert. Diese kann klein und unbedeutend sein aber auch in solchem Ausmaß bestehen, dass das Sehen beeinträchtigt wird. Entzündungen, Diabetes mellitus, Verletzungen, Vergiftungen und vor allem erbliche Faktoren können dafür verantwortlich sein.
Meistens sind Hunde betroffen aber auch bei Katzen kommt der Graue Star vor.

Ist der Graue Star eine typische Alterserkrankung ?

      
         Rauhhaardackel vor der Operation.
       Beide Augen sind betroffen

Nein, im Allgemeinen nicht. Die Linsen sollten zeitlebens klar und durchsichtig bleiben. Es gibt zwar Altersveränderungen, die zu einer Graufärbung der Linse führen. Dieses ist aber ein normaler Prozess und beeinträchtigt das Sehen nicht. Er wird als Kernsklerose bezeichnet und oft mit einem Grauen Star verwechselt.
Die Entwicklung einer Katarakt ist in dem meisten Fällen genetisch veranlagt und kommt bei einigen Hunderassen gehäuft vor, manchmal schon in sehr jungem Alter.
Dackel, Cocker, Zwergschnauzer, Retriever, Pudel sind nur einige Rassen, die einen solchen erblichen Grauen Star entwickeln können. 
Prinzipiell kann dieser aber auch bei (fast) allen anderen Rassen und auch bei nicht reinrassigen Hunden auftreten.

Wie behandelt man den Grauen Star beim Hund oder bei der Katze?

Es existiert keine effektive medikamentöse Therapie gegen den Grauen Star. Wie beim Menschen auch kann eine Katarakt nur operativ entfernt werden. Solange das Sehvermögen nicht beeinträchtigt ist, wird dies in aller Regel nicht notwendig sein. Wenn  jedoch das Tier schlechter sieht oder gar blind ist muss ein solches Vorgehen erwogen werden. Hierbei geht man analog zu der Operation beim Menschen vor. Durch einen kleinen Schnitt am Auge wird die trübe Linse zertrümmert und abgesaugt (Phakoemulsifikation). Dann wird eine Kunstlinse eingesetzt, die dem Hund oder der Katze besonders im Nahbereich ein besseres Sehen nachher ermöglicht. Die Operation ist relativ aufwändig und erfordert gewisse  instrumentelle und auch logistische Voraussetzungen. Mit optimaler Technik ist eine Erfolgsrate von 90 % zu erzielen. Kooperation des Patienten wie auch des Tierhalters sind notwendig.
Die Operation wird ambulant durchgeführt und die Nachbehandlung besteht in der Gabe von Augentropfen und Tabletten.

Wie wichtig ist der Einsatz von Kunstlinsen?

Es gibt drei Gründe für den Einsatz von Kunstlinsen oder sog. Intraokularlinsen (IOL) im Auge:

1.     deutlich besseres Sehvermögen - vor allem im Nahbereich
2.     geringere Komplikationsrate
3.     bessere Langzeiterfolge

 
unmittelbar nach der OP mit Kunstlinse      

Vor der Operation ...

... wird ein ERG (Elektroretinogram) angefertigt um festzustellen, ob die Netzhaut auch funktionstüchtig ist
    und eine Operation auch den gewünschten Erfolg verspricht.
... wird eine Ultraschalluntersuchung des Auges vorgenommen, um zu erkennen ob alle anderen 
    Strukturen im Auge hinter der getrübten Linse auch gesund sind.

Kommt ein blinder Hund nicht auch gut zurecht ?

Es gibt "geschickte" Hunde und solche die hilfloser sind.
Ein blinder Hund kann sich - ähnlich wie ein blinder Mensch - nur auf seine verbleibenden Sinne verlassen.
Er hört, riecht und tastet. Ohne sein Sehvermögen ist er in fremder Umgebung unsicherer und das Zusammenspiel der Sinne ermöglich nicht mehr ein ungehindertes Verhalten. Erblindung für den Hund ist aber keine Quälerei und es besteht kein Grund einen blinden Hund zu "erlösen". Wenn man jedoch miterlebt, wie ein blinder Hund nach einer Operation plötzlich wieder sehen kann und seine Umwelt wahrnimmt, erkennt man wie sehr die Lebensqualität hierdurch gestiegen ist.

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